Schiebi, Schiebo – wem soll die Schiebe go?

Bildinfo: Im Elztal Copyright: © Olaf Herzog/STG
In lodernden „Scheibenfeuern“ bringen Alt und Jung Holzscheiben an langen Stöcken vierkantige Scheiben zum Glühen. Mit kräftigem Schwung wird das glimmende Holzstück auf den „Schiibebock“ geschlagen und fliegt im weiten Bogen mit einer Leuchtspur ins Tal.
Der Schwinger widmet den leuchtenden Flug lauthals einer Person oder einer Sache: „Schiebii, schiebo, wem soll die Schiebe go?“ Darauf folgt die mehr oder weniger geschickt gereimte Widmung – und damit ein missglückter Schlag nicht Unglück bringe, die Versicherung „Und goht sie nit, dann gilt sie nit!“.
Dass ein solches Ereignis in der Genießerregion gebührend gefeiert wird, versteht sich von selbst – mit Glühwein, Bier, Bratwurst, Suppe, Wein und was man sonst an kalten Winterabenden essen oder trinken mag.
Feuerleuchten an Schwarzwaldhängen
Scheibenfeuer leuchten an vielen Orten, zum Beispiel überall im Markgräflerland, Breisgau oder Ortenau am Westrand des Schwarzwaldes oder auch mitten im Hochschwarzwald.
Am ersten Fastenwochenende, 20. Februar 2010, lodern sie an den Hängen des Münstertals, oberhalb von Schönau, Utzenfeld, Brandenberg, Todtnau oder Mambach (20.02.). Auch in Eichstetten am Kaiserstuhl, Malterdingen, Freiamt oder Lahr trifft sich die Bevölkerung an den Funkenfeuern.
Am vierten Fastenwochenende, 13./14. März 2010, entzünden Scheibenschläger in Elzach, Haslach oder Emmendingen die hoch aufgeschichteten Holzstöße.
Außergewöhnlich ist die Gemeinde Bernau im Hochschwarzwald: Vom 14. bis 21. Februar lodert jeden Abend in einem der acht Ortsteile ein Scheibenfeuer, außer Aschermittwoch. (Tel. 07675.160030, www.bernau-schwarzwald.de).



























