Christophsbad mit Park
Erstmals belegt ist das Sauerwasservorkommen im Gebiet des Christophsbades im Jahr 1404. Durch den in Göppingen mir Vorliebe kurenden Herzog Christoph von Württemberg (1525 - 1568) erhielt das Bad große Popularität. Im 17. Jahrhundert erfolgte dann der Umbau des Badhauses durch Heinrich Schickhardt. Mit dem Erwerb des Bades durch Heinrich Landerer im Jahr 1839 wurde der Grund für das heutige private psychiatrische Fachkrankenhaus und den Göppinger Mineralbrunnen gelegt. Heinrich Landerer prägte auch in Anspielung an den württembergischen Herzog die Benennung „Christophsbad“.
Am Tag des offenen Denkmals wird um 11 Uhr Peter Blum durch den Park und die historischen Gebäude führen. Treffpunkt ist der Schickhardtbrunnen vor dem Christophsbad.
„Badhaus“ und Badherberge
Das so genannte Alte Badhaus in Jebenhausen wurde 1483 errichtet. Dies ergaben dendrochronologische Untersuchungen der eichernen Fachwerkskonstruktion, die noch zu 75 Prozent erhalten ist. Das Gebäude Bezgenrieter Weg 1 ist damit der älteste Profanbau in ganz Göppingen. Eine bauhistorische Untersuchung hat viele Originaldetails des mittelalterlichen Hauses zu Tage gefördert, ebenso den Befund, dass die heute mit Blech verkleidete Westfassade 1799 erneuert worden ist. Nicht klären konnte die Untersuchung, ob das Haus jemals als Badhaus genutzt worden ist. Interessant ist der Keller, der im Grundriss nicht mit dem Gebäude korrespondiert und der heute über die Tenne der Badherberge erschlossen wird. Ein Brunnen im Keller könnte auf die Badnutzung hindeuten.
Im Jahre 1610 wurde das heutige Naturkundemuseum als Badherberge an Stelle eines älteren Vorgängerbaus errichtet. Mit seinen Zwei-Zimmer-Appartements in drei Stockwerken, einem großen Esssaal und einem offenem Erdgeschoss bot das Gebäude den vornehmen Kurgästen eine angemessene Unterkunft.
Am Tag des Offenen Denkmals ist das Naturkundemuseum von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Dr. Anton Hegele wird um 14 und 16 Uhr im Rahmen einer Führung beide Gebäude vorstellen und auch auf die nicht immer genussvollen Badepraktiken in den vergangenen Jahrhunderten eingehen. Treffpunkt: Eingang des Naturkundlichen Museums.
Oskar Schlemmer und das Badhaus der Villa Märklin
Die Villa Märklin wurde 1924 fertig gestellt. 1977 ging das Gebäude als Vermächtnis an die Stadt mit der Auflage, die Wohnungen zu günstigen Konditionen an Senioren zu vermieten. Zur Villa gehört ein separates, der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugängliches Badehaus. In diesem Badehaus schlummert ein kunsthistorisches Rätsel: Ein Wandbild zeigt fünf Badende an einem See. Das Bild trägt die Signatur: „Entwurf Professor Oskar Schlemmer“. Der Bauhaus-Künstler, geboren 1888 in Stuttgart, ging von 1899 bis 1903 in Göppingen zur Schule; sein Bruder wohnte Anfang der 1920-er Jahre in der Hohenstaufenstadt. Wahrscheinlich hat Oskar Schlemmer das Wandbild für diesen Platz entworfen, aber jemand anderes hat es teilweise oder ganz ausgeführt, vielleicht sein Bruder. Gleichwohl ist es das letzte erhaltende Wandbild von Oskar Schlemmer. Die auf Profil und Körperhaltung reduzierten Figuren gehören eindeutig zum Motivschatz des Künstlers. Überschrieben ist das Gemälde mit einem Vers aus Rilkes Herbstlied: „Taucht euch ins Bad der Lust, ins Klare.“
Das Badhaus der Villa Märklin befindet sich im Hailing, in der Olgastraße 25. Der Zugang erfolgt über die Erzbergerstraße.
Das Badhaus ist von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Zu jeder vollen Stunde wird Achim Riedel das Wandbild des Bauhausmalers Oskar Schlemmer „Fünf Badende an einem See“ erläutern. Zwischen 15 und 16:30 Uhr trägt Ilona Abel-Utz Gottfried Kellers Gedicht „Herbstlied“ vor, auf das sich das Wandbild bezieht.
Wein, Wild und Gesang - die Rebenstiege
Zumindest mittelbar hat das Göppinger Schloss seine Erbauung auch dem Baden zu verdanken. Die Kur im Göppinger Sauerbrunnen hatte bei Herzog Christoph von Württemberg ausgesprochen positiv angeschlagen, so dass er weitere Kuraufenthalte plante. Als angemessene Unterkunft hierfür ließ er zwischen 1554 und 1568 das Göppinger Schloss bauen. Das Baumaterial ließ sich der Architekt des Schlosses, Alberlin Tretsch, zum Teil von der im Bauernkrieg zerstörten Stauferburg auf dem Hohenstaufen besorgen. Glanzstück des Schlosses ist die reich mit Wildtieren und Weinlaub geschmückte Rebenstiege im südwestlichen Treppenturm, ein Meisterwerk des Steinmetzen Hans Neu.
Die Rebenstiege ist am Tag des offenen Denkmals von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Gwendolyn Benda erläutert ab 15 Uhr zu jeder halben Stunde das Kunstwerk Hans Neus. Treffpunkt: Innenhof des Schlosses.



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